19.03.2008 - 17:49
Ich habe gestern dann mal Neuland betreten und den ersten 3200GT, der für mich aus räumlicher und finanzieller Sicht nah lag inspiziert und probegefahren. (meine Maserati Vorerfahrung besteht aus aktuell angemeldetem Ghibli 2.0, davor 2,8 und zumindest längerer Auseinandersetzung mit einem QP Evo V8, sass auch schon am Steuer eine 224)
Das Ergebnis war in doppelter Hinsicht zunächst ernüchternd.
Zum einen war die Begeisterung, die der Wagen bei der reinen Sichtung durch Design und Innenraumanmutung hinterlassen hat auf der Straße recht schnell verflogen. Zum anderen zeigte genau dieser Wagen technische Mängel die Ihn für mich disqualifizierten.
Ich fasse die wichtigsten Punkte mal zusammen:
Fahrwerk: Bei der recht kurzen autobahnlastigen Testfahrt war ich von den Qualitäten hier einigermaßen entäuscht. Weder als komfortbetonter Langstreckenläufer, noch als Kurvenräuber setzte der Wagen hier Akzente. Auffällig waren noch dazu die scheinbar plattgestandenen Reifen, die erst nach 20km wieder einigermaßen rund liefen. Alles in allem: keine Katastrophe, aber einen echten Gewinn zum Ghibli habe ich nicht empfunden
Leistung: Hier schien bei gefahrenen Modell ein Problem vorzuliegen, denn die Leistung lag trotz spontan respaktabler Ausbeute unter dem Niveau meines 2.0 Ghibli. An der Automatik allein dürfte das eher nicht liegen. Dies wurde vom Verkäufer auch als Problem anerkannt, jedoch auf ein angebliches Sensorproblem geschoben. Noch dazu zeigte der Wagen ein leichtes Ruckeln auch bei höherer Geschwindigkeit, sowohl beim Beschleunigungsvorgang als auch gleichbleibender Geschwindigkeit.
Sitze, für mich ein ganz wesentliches Thema, da ich hier sehr empfindlich bin und schlechte Sitze in meinen Autos schlicht nicht leiden mag:
Ich empfand mich in eine leicht buckelige Sitzposition gezwungen, die schon nach ca 20 Minuten gestört hat. Kann sein, dass ein entsprechende Optimierung der elektrischen Verstellung hier Besserung bringt, aber für den ersten Eindruck entsprach das Sitzfeeling nicht meiner Traumvorstellung. Ok, hier ist der Ghibli auch keinen deut besser, noch dazu passt mir da die Kombination Bein- /Lenkrad Positionierung noch weniger...
Positiv aufgefallen ist mir die durchaus stimmig arbeitende Automatik, die für manch einen ein absolutes K.O. Kriterium bei einem Maserati sein dürfte, Ich als Alltags- Automatik Fahrer hab mich aber sehr wohl gefühlt und würde aufgrund des klar ersichtlichen Preisvorteils hier durchaus auch zum automatischen Getriebe tendieren.
Auch die Innenraumgröße, Schalter und Instrumentenanordnung, der immer noch ausreichende Kofferaum für den zeitweisen Alltagseinsatz waren Dinge, mit denen ich mir durchaus vorstellen konnte den Gibli gegen den 3200 einzutauschen.
Der Wagen selbst zeigte aber wie gesagt allerlei Dinge, durch die er ohnehin nicht in Frage kam, ich liste mal stichpunktartig:
- Krümmer rechts bläst ab
- Klimaanlage schaltet nicht ein
- Kühlwasser zeigt Unmengen dunkle schmierige Verfärbung, Vermutung: Kühlerdichtmittel verwendet
- passend dazu: Kühlwassergeruch im Innenraum über die ganze Probefahrt
- offenbar mangelhafte Leistung
- Rücklicht links bereits "geflickt"
- Wagen aus dritter Hand mit genau einem Scheckhefteintrag nach 105000km
Mein Resumé:
Es ist immer wieder interessant Fahrzeuge die man nur aus Wort und Bild kennt in Realität zu bewerten. Das betrifft sowohl das Modell an sich, als auch den ganz individuellen Erhaltungszustands eines gerade einmal 8 Jahre alten Luxussportwagen...
Für mich war es ein interessanter erster Eindruck, der wie beschrieben an manchen Stellen etwas ernüchternd sein mag, ganz weg bin ich vom 3200 gedanklich aber deshalb noch nicht. Beim nächsten passenden Angebot in der Nähe werde ich vermutlich wieder die Finger nicht vom Telefon lassen können und - wenns Zeit und Geldbeutel zulassen - einen weiteren Versuch starten...
Philipp
PS: Interessant fand ich, dass meiner Frau der 3200 überhaupt nicht gefällt, der Ghibli würde viel besser zu mir passen!
Das Ergebnis war in doppelter Hinsicht zunächst ernüchternd.
Zum einen war die Begeisterung, die der Wagen bei der reinen Sichtung durch Design und Innenraumanmutung hinterlassen hat auf der Straße recht schnell verflogen. Zum anderen zeigte genau dieser Wagen technische Mängel die Ihn für mich disqualifizierten.
Ich fasse die wichtigsten Punkte mal zusammen:
Fahrwerk: Bei der recht kurzen autobahnlastigen Testfahrt war ich von den Qualitäten hier einigermaßen entäuscht. Weder als komfortbetonter Langstreckenläufer, noch als Kurvenräuber setzte der Wagen hier Akzente. Auffällig waren noch dazu die scheinbar plattgestandenen Reifen, die erst nach 20km wieder einigermaßen rund liefen. Alles in allem: keine Katastrophe, aber einen echten Gewinn zum Ghibli habe ich nicht empfunden
Leistung: Hier schien bei gefahrenen Modell ein Problem vorzuliegen, denn die Leistung lag trotz spontan respaktabler Ausbeute unter dem Niveau meines 2.0 Ghibli. An der Automatik allein dürfte das eher nicht liegen. Dies wurde vom Verkäufer auch als Problem anerkannt, jedoch auf ein angebliches Sensorproblem geschoben. Noch dazu zeigte der Wagen ein leichtes Ruckeln auch bei höherer Geschwindigkeit, sowohl beim Beschleunigungsvorgang als auch gleichbleibender Geschwindigkeit.
Sitze, für mich ein ganz wesentliches Thema, da ich hier sehr empfindlich bin und schlechte Sitze in meinen Autos schlicht nicht leiden mag:
Ich empfand mich in eine leicht buckelige Sitzposition gezwungen, die schon nach ca 20 Minuten gestört hat. Kann sein, dass ein entsprechende Optimierung der elektrischen Verstellung hier Besserung bringt, aber für den ersten Eindruck entsprach das Sitzfeeling nicht meiner Traumvorstellung. Ok, hier ist der Ghibli auch keinen deut besser, noch dazu passt mir da die Kombination Bein- /Lenkrad Positionierung noch weniger...
Positiv aufgefallen ist mir die durchaus stimmig arbeitende Automatik, die für manch einen ein absolutes K.O. Kriterium bei einem Maserati sein dürfte, Ich als Alltags- Automatik Fahrer hab mich aber sehr wohl gefühlt und würde aufgrund des klar ersichtlichen Preisvorteils hier durchaus auch zum automatischen Getriebe tendieren.
Auch die Innenraumgröße, Schalter und Instrumentenanordnung, der immer noch ausreichende Kofferaum für den zeitweisen Alltagseinsatz waren Dinge, mit denen ich mir durchaus vorstellen konnte den Gibli gegen den 3200 einzutauschen.
Der Wagen selbst zeigte aber wie gesagt allerlei Dinge, durch die er ohnehin nicht in Frage kam, ich liste mal stichpunktartig:
- Krümmer rechts bläst ab
- Klimaanlage schaltet nicht ein
- Kühlwasser zeigt Unmengen dunkle schmierige Verfärbung, Vermutung: Kühlerdichtmittel verwendet
- passend dazu: Kühlwassergeruch im Innenraum über die ganze Probefahrt
- offenbar mangelhafte Leistung
- Rücklicht links bereits "geflickt"
- Wagen aus dritter Hand mit genau einem Scheckhefteintrag nach 105000km
Mein Resumé:
Es ist immer wieder interessant Fahrzeuge die man nur aus Wort und Bild kennt in Realität zu bewerten. Das betrifft sowohl das Modell an sich, als auch den ganz individuellen Erhaltungszustands eines gerade einmal 8 Jahre alten Luxussportwagen...
Für mich war es ein interessanter erster Eindruck, der wie beschrieben an manchen Stellen etwas ernüchternd sein mag, ganz weg bin ich vom 3200 gedanklich aber deshalb noch nicht. Beim nächsten passenden Angebot in der Nähe werde ich vermutlich wieder die Finger nicht vom Telefon lassen können und - wenns Zeit und Geldbeutel zulassen - einen weiteren Versuch starten...
Philipp
PS: Interessant fand ich, dass meiner Frau der 3200 überhaupt nicht gefällt, der Ghibli würde viel besser zu mir passen!
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The difference between men and boys
is the price of their toys
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